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Die vierte Säule des Islam ist sawn, das heißt Fasten. Eindeutige
Hinweise auf das Fasten im Koran weisen auf die frühe
Einführung dieser rituellen Praktik hin. Der Koran
schreibt das Fasten während des Monates
Ramadan
vor, des neunten Monates des zwölfmonatigen
islamischen Mondkalenders (siehe Kalender). Der Monat
Ramadan ist heilig, weil ihm nachgesagt wird, in ihm
sei der Koran zum ersten Mal enthüllt worden. Der
Tradition zufolge beginnt der Monat, wenn wenigstens
zwei Moslems den Neumond sehen. Den ganzen Monat über
müssen Moslems von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang
fasten, indem sie weder essen noch trinken noch den
Geschlechtsverkehr ausüben. Mentruierende Frauen,
Reisende und Kranke sind vom Fasten ausgenommen,
müssen die verpassten Tage jedoch zu einem späteren
Zeitpunkt nachholen.
Verschiedenen traditionellen Interpretationen zufolge fördert das
Fasten die physische und spirituelle Disziplin,
erinnert die Reichen an das Unglück der Armen und
pflegt durch diesen strengen Glaubensakt den
Gemeinsinn und die Solidarität unter Moslems aller
sozialen Schichten.
Deshalb führen Moslems für gewöhnlich im Ramadan neben den üblichen
noch weitere Handlungen des Glaubens wie freiwillige
Nachtgebete, Koranlesungen und freiwillige Spenden an
die Armen aus. Moslems können auch vor Sonnenaufgang
aufstehen, um eine Mahlzeit einzunehmen, die ihnen bis
Sonnenuntergang genügt. Nach dem Ende des Fastens
beginnt das Fest des Fastenbrechens, 'id al-fitr, und
dauert drei Tage.
Zu jeder Zeit des Jahres wird das Fasten als
Wiedergutmachung für verschiedene Vergehen und
Gesetzesbrüche gefordert. Viele Moslems halten
freiwillig verschiedene Fastzeiten im Laufe des
Jahres, die als Handlungen der Hingabe und der
spirituekllen Disziplin dienen. Solches zusätzliches
Fasten wird vom islamischen Gesetz jedoch nicht
gefordert. |